Trauringe sollen aus hochwertigem Metall sein und ein Leben lang halten. Die hohe Qualität der Ringe beruht auf einem aufwändigen Verfahren der Fertigung. Hier erfahren Sie, wie in einer Trauring-Manufaktur edle Trauringe hergestellt werden.

Goldnuggets für Trauring-Herstellung

Einsetzen von Diamanten

sämtliche Goldschmiede-Arbeiten

1. Schritt: Goldschmelze – welche Metalle werden verwendet

Bei Herstellern wir August Gerstner oder Fischer & Sohn beginnt die Herstellung des Trauringes mit der Gold- bzw. Metall-Schmelze. In einem Schmelzofen werden reines Platin, reines Gold und reines Palladium mit anderen Metallen zu den Legierungen für die Trauringe geschmolzen.

Dabei entstehen folgende Trauring-Metalle:

Platin

  • Platin 950: bestes Metall für weiße Trauringe
  • Platin 600: Neuheit, etwas dunkler als Platin 950
  • Gelbgold, Rotgold, Weißgold oder Graugold
  • Gold 750: hochwertig, schwer und edel
  • Gold 585: eine bewährte Legierung für Trauringe und Eheringe
  • Gold 375: eine Neuheit mit noch geringen Erfahrungswerten
  • (Gold 333) : grundsätzlich möglich, aber nicht empfehlenswert

Palladium

  • Palladium 950: interessante Alternative zu Weißgold 750 oder 585
  • Palladium 500: dunkelgraues Metall
  • Palladium 333: eine im Preis sehr günstige Legierung

Ergebnis der Goldschmelze sind Barren. Dies werden jetzt mit Wasser abgeschreckt und in der Flamme getrocknet. Das ist die sogenannte „Feuerhärtung“.

2. Schritt: Rohlinge erstellen – wie entsteht die Größe eines Traurings?

Aus dem Barren produziert der Goldarbeiter die Rohlinge für die Trauringe. Dabei walzt er den Goldbarren, Platinbarren oder Palladiumbarren auf die Breite der Ringe. Anschließend passt der die Rohlinge auf die gewünschte Größe des Fingers bzw. die Ringgröße an. Dies ist das „Aufdrehen“ des Ringes auf die richtige Größe.

Durch Walzen und Aufdrehen bekommen die Ringe eine zusätzliche Härte und Stabilität.

3. Schritt: Fräsen und Sintern – wie entsteht die endgültige Form der Trauringe?

Ein Trauring erzeugt seine verführerische Wirkung durch die Grundform, die Breite und die Höhe. Der Trauring-Rohling erhält seine Form auf der Drehbank. Die Maschine fräst dabei die Form des Ringes, beispielsweise ein ovales Profil in 5 Millimeter Breite und 2 Millimeter Höhe.

Zweifarbige Ringe entstehen durch Sintern. Die Sintertechnik schmelzt 2 Rohlinge untrennbar zusammen. Das Sintern erfolgt im Vakuum unter hohem Druck und einer Temperatur um die 800 Grad Celsius. So entstehen Weißgold-Gelbgold Trauringe oder Eheringe in Platin-Rotgold. Nach dem Sintern folgt das Fräsen auf der Drehbank.

Ohne Handarbeit geht es nicht. Für den perfekten Abschluß ist der Goldschmiedemeister zuständig. Er bearbeitet den Trauring am Schluß manuell, beseitigt Unebenheiten. Ergebnis ist ein Trauring, der sich an der Hand wunderbar anfühlt.

3. Schritt: Diamanten fassen – wie kommen Brillanten in den Trauring?

Maschinen sorgen für die perfekte Position der Steinfassungen. Die Positionen, an denen die Steine gefasst werden, entstehen durch Fräsung. Das ist eine Arbeit im Mikro-Millimeter-Bereich. Das ist die perfekte Vorbereitung für die Arbeit des Diamantfassers.

Der Diamantfasser setzt Diamanten und Brillanten per Hand in den Ring. Dazu hat er hochvergrößernde Fasser-Mikroskope, die ihm die Arbeit erleichtern. Handgefasste Trauringe sehen einfach besser aus, als maschinell gefasste.

Ist der Diamant auch sicher gefaßt? Ja, mit einem speziellen Test überprüfen die großen Manufakturen, ob die Steine sicher und fest im Trauring sitzen.

Der nächste Schritt ist die Gravur der Ringe. Hersteller-Logo, Metallpunzierung und Edelsteinqualität sind die wichtigsten Bestandteile der Herstellergravur. Die Metallpunzierung gibt die Qualität des Metalls an. Ob es sich dabei um eine Platin- oder Goldlegierung handelt. Die Edelsteingravur gibt Gewicht und Qualität der Diamanten an. Insbesondere Farbe und Reinheit.

Die Herstellergravur ist ein wesentliches Merkmal für die Echtheit eines Trauringes. Sie ersetzt im Zweifel auch ein Trauringzertifikat, denn die Herstellergravur beinhaltet sämtliche für die Qualität des Ringes relevante Informationen.

Auf Wunsch gravieren die Trauring-Hersteller auch die Namen der Brautpaare in die Ringe. In vielen Fällen wird die Gravur für die Brautpaare direkt beim Juwelier gemacht. Für eine Trauringgravur stehen den Brautpaaren viele Möglichkeiten offen. Die wichtigsten Elemente sind Namen des Partner, Datum der Hochzeit oder Trauung und Symbole der Verbundenheit und Liebe.

4. Schritt: Endpolitur – wie werden Trauringe matt oder glänzend?

Am Ende kommen die Trauringe in die Politur-Abteilung. Dort arbeiten Polierer und Politeusen. Sie machen die Ringe entweder glänzend oder matt. Bei den Mattierungen gibt es unterschiedliche Varianten mit unterschiedlicher Wirkung.

Zu den wichtigsten Mattierungen und Oberflächen zählen:

  • sandmatte Oberflächen: sie entstehen durch Sandstrahlen
  • seidenmatte oder strichmatte Oberflächen: sie entstehen durch Bürsten oder Schmirgeln der Oberflächen
  • kratzmatte Oberflächen: sie entstehen durch kreisförmiges Bürsten und wirken wie Schlittschuh-Spuren auf Eis
  • gehämmerte Oberflächen: hier entstehen „Dellen“ und Vertiefungen

Der Beruf des Politeurs bzw. der Politeuse ist ein Ausbildungsberuf mit einer Dauer von 3 Jahren. Sie sind verantwortlich für den Look eines neuen Ringpaares bzw. für das Aufarbeiten getragener Ringe.

5. Versand – wie kommt der Trauring zum Juwelier

Bevor ein Trauring zum Juwelier versendet wird, prüfen ihn die Mitarbeiter im Versand im Rahmen der Endkontrolle. So wird garantiert, dass der Ring von einwandfreier Qualität ist.

Der Versand erfolgt über zuverlässige Logistik-Dienstleister, die in der Lage sind, sicher und schnell zu liefern.

Inhalt der Lieferung sind die Trauringe sowie die Zertifikate für jeden Ring. Im Zertifikat stehen sämtliche Qualitätseigenschaften der Ringe: Legierung, Größe, Diamanten und ein Foto der Ringe.

Trauringhersteller, die in Deutschland produzieren lassen, brauchen für die Herstellung und Lieferung eines Trauringpaares maximal 14 Tage. Gute Hersteller sind flexibel und liefern auch innerhalb einer Woche, wenn es notwendig ist.

Fazit: Herstellung von Eheringen

Sie sehen, die Herstellung eines Eheringes in einer hochwertigen Manufaktur ist ein mehrstufiger Ablauf. Neben Präzisionsmaschinen spielt die handwerkliche Arbeit von Goldschmieden, Fassern und Politeusen eine entscheidende Rolle.

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Ein schönes Beispiel für die Fertigung finden Sie im anschließenden Video. Es zeigt den kompletten Ablauf der Fertigung von Trauringen im Hause August Gerstner.

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